Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Welche Medienrevolution?

March 12th, 2010 written by moritz

Es wird gejammert, wenn man die “klassischen” Medien hört.
Es wird frohlockt, wenn man die “neuen” Medien hört.
Es herrscht Unschlüssigkeit, wenn man den Menschen lauscht.

Die Frage die dies alles beantworten kann ist: “Was bewegt den Menschen?”

Abgesehen von “persönlichen” Erlebnissen und Ereignissen im direkten Bekanntenkreis sind es in erster Linie die Daten (ich spreche bewusst von Daten, da ich Information erst als existent ansehe, wenn die Daten beim Empfänger angekommen sind und dort in irgendeiner Weise interpretiert wurden), mit denen wir tagtäglich beschossen werden. Auf allen Kanälen: Radio, Zeitung, Displays in den Straßen und Verkehrsmitteln, Fernsehen und das Internet. Diese Vielfalt müsste uns doch eigentlich Zugang zu einer Vielzahl unterschiedlicher Daten geben.

Doch tut sie das?

Nein, tut sie nicht. Große Katastrophen oder Ereignisse sind in allen Kanälen gleich vorhanden. Das Ereignis bekomme kann ich aus allen Kanälen herausziehen. Die Tiefe ist unterschiedlich. Das Ereignis das Gleiche. Relevanz auf Grund von Quantität. Doch was war zuerst, die Relevanz die die vielen Nennungen hervorgerufen hat oder die vielen Nennungen, die die Relevanz verursachte? Eine Henne Ei Problematik. Ein Paradox.

Ich kann es auch nicht beantworten, aber bei manchen Meldungen bin ich mir sicher das der zweite Weg, die vielfache Nennung, die Relevanz verursacht hat und die Meldung ins allgemeine Bewusstsein gerückt hat. Lieblingsbeispiel: Formel 1. Es gibt vermutlich keine sinnloseres und gesellschaftlich nutzloseres Ereignis als die Formel 1. Eine Werbeveranstaltung von Automobilherstellern vom Feinsten. Productplacement, Werbung und alles unter dem Anstrich des Sports. Die Übertragungsrechte geschützt. Teuer zu erwerben für die Livebilder und Aufzeichnungen: Um was zu zeigen? Werbeeinblendungen und Slogans: “XYZ im ABC”. Toll.

Ein weiteres Beispiel, welches ich in seinem Ausmaß noch extremer empfinde ist, wenn Medien über Medien berichten. Zeitung X über Casting des Fernsehsenders Y. Erinnert an Pipi Langstrumpfs Lehre, “…ich mache mir die Welt, wide-wide-wie-sie mir gefällt…” und wird eher zu Pipi Langstrumpfs Leere. Wie verhalten sich die “neuen” Medien? Noch extremer, da die klassischen Geschäftsmodelle nicht mehr greifen, wird nun ein neues Geschäftsmodell implementiert. Werbung von Werbung gerahmt.

Was bleibt am Ende auf allen Kanälen?

Schnell wechselnde Flachheit.

Auch eine Art der Revolution.

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Männer, die auf Ziegen starren

March 10th, 2010 written by moritz

Der Kinotrailer zu diesem Film wirkte auf mich leicht entrückt. Zuerst vermutete ich eine Werbung gegen das Abfilmen hinter dem Gezeigten. Ein kurze Recherche am folgenden Tag überzeugte mich dann aber doch davon, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Film handelt. Das Plakat ein Hammer. Die Besetzung: Stargespickt. Am Sonntag war es soweit. The Men Who Stare at Goats. In einem meiner Lieblingkinos in Hamburg. 3001. Mit umgedrehten Teelichtern an der Decke des Vorführraums.

Ich sehe mal ab von den paranormalen esotherischen Teilen, die vermutlich in sonstigen Beschreibungen vorkommen. Es gibt zwei sehr starke Szenen in dem Film, die mich von der Absurdität des Irakkriegs überzeugt haben. Mehr als Naomi Klein oder sonstige Kritiker. Zum einen die Szene, nachdem die beiden Protagonisten, George Clooney und Ewan McGregory, von einer privaten Sicherheitsfirma aufgegriffen werden. Als die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma beschließen an der nächsten Tankstelle ihre Fahrzeuge zu befüllen und die Kämpfer die Autos mit Gewehren sichern, ereignet sich ein folgenschwerer Zwischenfall. Plötzlich liefern sie sich ein Duell mit einer anderen privaten Sicherheitsfirma. Der Dialog über die Möglichkeiten der privaten Wirtschaft zuvor waren hierfür nur das Vorspiel für das anschließende Duell zwischen Privatunternehmen. Gekrönt wird diese Szene nur von einer weiteren, die die Perversität der gesamten Aktion des Einmarsches visualisiert. Die ehemalige parapsychologische, esoterische Einheit, mittlerweile auf Grund vergangener Vorfälle ebenfalls privatisiert hat sich auf die Folter von Gefangenen spezialisiert. Gefangene in Isolationshaft mit schrecklicher amerikanischer Mainstreammusik zu beschallen stellt sich hierbei als schwerste psychische Bestrafung dar.

Ohne den aktuellen Oscar-Hauptgewinner gesehen zu haben ist dieser Film in meinen Augen die stärkste aktuelle Kritik Hollywoods an den Geschehnissen im Irak. Ein guter Film. Ich kann jedem nur ans Herz liegen ihn sich an zu sehen.

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Die Insel nach Jacques Palminger

March 7th, 2010 written by moritz

Erfrischend die Einleitung zum Theaterstück von Jacques Palminger und den Kings of Dubrock. “Arbeit mit Jugendlichen macht keinen Sinn, andauernd hat einer keine Zeit, wenn dann kommt immer jemand zu spät und wenn mal alle gleichzeitig zusammenkommen, dann hat man am nächsten Tag nen Kater.” Wunderbar, es muss richtig Spaß gemacht haben mit der Gruppe Jugendlichen zusammen gearbeitet zu haben. Es war ein schönes Theaterstück. Kurzer Abriss aus der Beschreibung:

Klassenfahrt erleidet Schiffbruch, die gesamte Gruppe strandet auf einer einsamen Insel 16 Schüler, zwei Lehrer.

Dort beginnt eigentlich das Stück. Morgenweckruf, Unterricht, der Versuch Routine aufrecht zu erhalten. Der Lehrer etwas sehr “altbacken”. Korrekt, streng, traditionsbewusst, nationalistisch aber überfordert. Die Schüler kämpfen gegen die Langweile, gegen die neue, herrschende Ordnung. Die Darstellung der Szenen bunt und witzig. Musik und Tanz, es ist immer was geboten, keine schwachen Minuten, die Story treibt die vollen 90 Minuten. Die Texte der Lieder etwas verrückt: “Der Sommer ist da, der Sommer ist da, M-D-M-A…” Intoniert aus Kinderkehlen. Ob zum Theater auch noch eine Aufklärung über Drogen und Teenieschwangerschaften hinzukam? Immerhin wurden Beides deutlich thematisiert. Hauptaufgabe der Schüler auf der Insel ist Früchte zu sammeln, diese mit Speichel zu vermischen, in einen Eimer spucken und damit ein alkoholhaltiges Getränk anzusetzen, welches sich der Lehrer dann hinter die Binde kippt und abstürzt. Die Rettung erfolgt in Form eines Hais, der erst eines der Kinder frisst, dann aber zurückkehrt und das verschluckte Kind der Gruppe zurückbringt. leider hat sich dieses Mädchen, während der Abwesenheit in eine Meerjungfrau verwandelt. Um sie wieder zurück in eine menschliche Gestalt zu überführen, fordern magische Figuren die Kinder auf, zwei Personen im Gegenzug als Opfer darzubieten. Einzige Bedinung: Diese Personen müssten freiwillig der magischen Figur die mit einem Boot kommen würde folgen. Als das Boot kommt springen die beiden Lehrer natürlich sofort ins Boot und sind weg. Dann ist die Story leider auch vorbei. Wobei es spannend gewesen wäre, wie sich die Kinder anschließend auf der Insel verhalten hätten.

Anschließend gab es noch ein Konzert von den Kings of Dubrock. Einfach fantastisch. Sehr guter Sound im Kampnagel, treibende, flockige Reggeabeats mit gewitzten Texten brachten die Besucher zum Tanzen. War schön, sehr schön. Hoffe es ergibt sich bald wieder die Möglichkeit die Kings of Dubrock live zu sehen.

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Spontan ist das neue Geplant

March 6th, 2010 written by moritz

War für Donnerstag als abendliche Freizeitgestaltung die Ignite in Hamburg erschienen, war es am Freitag das 7Live Magazin im Kunstverein Hamburg. Was haben die beiden Veranstaltungen miteinander zu tun? In erster Linie gar nix. Einzig das Konzept der beiden Veranstaltungen war vergleichbar. Beim einen 20 Folien zu je 20 Sekunden als Präsentation. Die Vortragenden Vorbereitet und mit den Inhalten vertraut, dennoch sollte eine gewisse Spontanität und Leichtigkeit mit transportiert werden. Auch wenn es die Dank vorheriger Anmeldung und der Vorbereitung der Präsentationen gar nicht geben konnte. Ein ausführlicher und guter Post mit Bildern zur Ignite steht beim Stilpiraten. Beim anderen, pro Artikel 7 Minuten. Dies wurde dann meist spontan überzogen oder durch spontane Aussetzer der Technik zunichte gemacht. Angekündigt als Show a la “Wetten dass…?” stellte die Moderation und Durchführung mich regelmäßig auf eine harte Geduldsprobe. Was ist eigentlich mit der anfänglich angekündigten Saalwette passiert? Die Ignite, spritzig, vielfältig in den Themen und kurzweilig. 7Live altbacken, konservativ, mehr arty als spritzig. Der Inhalt der Show lahm wie die meisten mir bekannten Live-Style und Lebensmagazine. Ein bisschen Gesellschaft und das Leben der Anderen, ein bisschen Mode, ein bisschen Musik, ein bisschen Ernährung und nicht zu Letzt ein bisschen Sex. Leider sind gute Journalisten nicht gleich gute Showmaster und so tröpfelte die Veranstaltung eher so dahin. Abschließend wurde noch der Gute Seiten Preis verliehen, an das Berliner Magazin: Der Wedding, aber das wars dann auch schon.

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Was ist mir sonst aufgefallen. Wahnsinnig wenig Hamburger auf Seiten der Veranstalter. Der eine oder die andere kommt vielleicht mittlerweile aus Hamburg ansonst aber alles Zugereiste (wie man in meinem Herkunftsbundesland Bayern sagen würde). Wieso? Wo zur Hölle sind die alteingesessenen Hamburger? Die sogenannten Hanseaten? Verfangen im Geflecht der herrschenden Ordnung? Gefangen im Untermilieu? Ist am Ende der Marketingspruch der Hamburg AGs: “Die schönste Stadt der Welt.” alles was Hamburg ausmacht? Die Suche nach meiner Definition von Hamburg hat eben erst begonnen.

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Apple nervt oder Steve Jobs ist auch nur Opportunist

March 5th, 2010 written by moritz

Es ist eine Schande, wie sehr manche Menschen ihre Ansichten verdrehen, nachdem sie mit Konzepten Erfolg hatten, die von Anderen kopiert werden könnten. Als einleitendes Beispiel möchte ich ein Video von Steve Jobs zeigen:

Zu Beginn des Videos sagt Steve Jobs, dass Menschen daran interessiert seien sich zu entfalten, dass Menschen gewillt seien gute Dinge zum Leben zu erwecken. Ein schöner Gedanken. In der Mitte des Videos fällt das schöne Fragment: “…good artists copy, great artists steal…” Und jetzt verklagt Apple HTC, wegen Patentverletzungen.

In der digitalen Welt gibt es an sich keinen Diebstahl mehr. Es gibt den Missbrauch von Daten, aber eben keinen Diebstahl. Die Kopie von Daten in meinem Besitz fügt niemandem Schaden zu, ich nehme ihm nichts weg. Daher wird Kopieren gerne mit Diebstahl gleich gesetzt. Daher ist mir der Unterschied zwischen Kopie und Diebstahl wie von Steve Jobs genannt etwas unverständlich. Ich würde Kopie und Diebstahl gerne gleich setzen. Zumindest im Immateriellen, im Digitalen, im Virtuellen.

Apple hat’s getan. Gestohlen. Hemmungslos. Von Xerox und auch vom Frauenhofer Institut. Und was hat es daraus gemacht? Teilweise großartige Produkte. Neue Kategorien geschaffen, neue Geschäftsmodelle etabliert. Dies rechtfertig zum Teil durchaus den zuvor begangenen Diebstahl.

Was mir persönlich widerstrebt ist die Tatsache, dass Apple um die von sich erzeugten Produkte eine hohe Wall von Patenten und proprietärer Software zieht. Dies ist hinderlich und verlangsamt die Entwicklung der Gesellschaft an sich. Auch wenn sich Apple als großer Zampano des Erfindertums darstellt. So stimmt dies nicht. Keine der Technologien, die von Vielen mit Apple in Verbindung gebracht wird wurde tatsächlich von ihnen entwickelt. Sie wurde früh antizipiert, genial in ein Gesamtkonzept eingebettet und kombiniert. Aber lieber Steve Jobs: Das iPhone ist am Ende des Tages auch nur ein Telefon und kann nichts was mein Leben ansatzweise besser machen würde. Und das iPad, welches von vielen schon sehnlichst herbeigewünscht wird ist am Ende des Tages auch nichts anderes als ein einfacher, schicker Computer. Sinn allein hat keines dieser Geräte. Es lebt von den Programmen. Und die besten hiervon kommen schon lang nicht mehr von Apple. Dennoch echauffiert sich Apple als großer Bewahrer des Sinns und mutet sich die Dreistigkeit zu, Applikationen aus dem Store zu entfernen, die eine zu geringe Funktionalität hätten. Auch dies stellt in meinen Augen eine absolute Selbstüberschätzung dar und eine Gängelung der Konsumenten. Es erinnert an klassische Zölle, die Staaten erhoben haben um nicht im Binnenmarkt erzeugte Produkte aus zu sperren. Es ist erbärmlich. Alle meine Produkte von Apple werde ich nach ihrem Ableben nicht mehr ersetzen und Neueauch nicht mehr zulegen, solange sie ihr Konzept nicht ändern und wieder zurückkehren zum barrierefreien und fairen Austausch von digitalen Inhalten.

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Digital ist Besser!

February 26th, 2010 written by moritz

Wo sind wir gelandet? Die Welt 2010 macht sich daran die Gesellschaft in die Zeit vor der Aufklärung zurück zu schmeißen, freie Gedanken und freies Handeln zu unterbinden. Nicht der Klerus oder staatliche Institutionen sind diesmal die Verantwortlichen, die uns vorgeben meinen zu müssen, was gesagt, gedacht oder getan werden muss. Es sind wir selbst, wir die Gesellschaft, die vergessen hat, was Freiheit eigentlich bedeutet. Unser Rechtssystem baut darauf auf, das die Beschränkung meiner Freiheit, die Freiheit des Anderen ist. Ich kann niemandem in seinen Gedanken und seinem Tun einschränken, solange er meine Freiheit nicht einschränkt. Unsere Gesetzte sehen darüber hinaus noch Besitz und die Freiheit sich Besitz an zu eignen vor, der unter besonderem Schutz steht. So kann ich z.B. durchaus die Freiheit von anderen Einschränken indem ich mir ein Stück Land kaufe, durch das ein Weg führt, welchen Andere bisher für Ihren Weg zur Bekannten, zum Markt oder zur Arbeit nutzten. Wenn das Land in meinem Besitz ist, habe ich die Freiheit es einzuzäunen und so die Möglichkeit, massiv die freie Bewegung der Anderen einzuschränken, da diese nun nicht mehr den zuvor und aus Erfahrung kürzesten oder schönsten Weg wählen können, ihn nicht mehr begehen können, da dieser nun in meinen Besitz gefallen ist. Landläufig sprechen wir von einem materiellen Gut, welches unter dem besonderen Schutz des Eigentums steht. Das ist nicht schön, aber so gelernt und akzeptabel. Dafür hat der Besitz des Anderen auch  diesen Schutz vor dem Gesetz, den Schutz vor mir. Denn unser individueller Besitz ist frei nach Marx, die Sicherung der individuellen Freiheit. Hätte ich nur meine Arbeitskraft, wäre ich Sklave, da ich diese Tag für Tag aufs neue für meinen Lebensunterhalt verwenden muss und unter widrigsten Umständen Arbeit annehmen muss.

Wie schaut die Sache im zwischenmenschlichen aus? Genau hier liegt der Hase im Pfeffer, der mich zu der These verleitet, dass wir damit begonnen haben uns mit unserem Wertesystem neue Fesseln anzulegen, die in der Vergangenheit von der Aufklärung zerrissen wurden. Wir haben gelernt und unser Wertesystem darauf aufgebaut, dass wir alle nach Selbstverwirklichung streben dürfen. Wir sollen das machen, was uns gefällt, was uns Spaß macht. Nur, können wir dies auch Anderen zugestehen? Nein, wir gestehen es den Anderen nicht zu. Wenn es Ärger gibt zwischen Personengruppen auf Grund von vergangenen Konflikten, oder einfach nur Verwicklungen, gebührt es sich einander aus dem Weg zu gehen. Wieso? Weil wir nachtragend sind, weil wir den Mensch nicht als Mensch, als freies Wesen akzeptieren können, sondern ihn einordnen müssen. Einordnen durch sein Verhalten in der Vergangenheit. Die Beurteilung ob dieses Verhalten richtig oder falsch war, liegt ganz allein in unserer subjektiven Empfindung. Und dank dem Streben nach Selbstverwirklichung, stehen wir uns auch die freie subjektive Bewertung Anderen zu. So schleicht sich ein weitere Faktor ins Zusammenleben. Wir können nicht vergeben, wir können nicht vergessen und wir können den anderen keine Freiheit zugestehen. Alleine das Erscheinen der Anderen in unserem Blickfeld wird von uns als Einschränkung der eigenen Freiheit empfunden.

Das ist grundlegend falsch, konservativ und rückständig. Es gibt in meiner Auffassung kein allgemein gültiges Wertesystem, auf welchem oben skizziertes Empfinden gerechtfertigt wäre. Es gibt ein allgemeines Wertesystem, welches aber nicht mehr oder weniger ist, als der kleinste gemeinsame Nenner der Zusammenlebenden, des Subsystems, der Gesellschaft. Es ist vermessen, Maßstäbe hoch zuhalten, die genau auf diesen Werten basieren. Dafür haben wir ein Rechtssystem, welches versucht die allgemeine Auffassung für die Gesellschaft fest zu legen, so steht es außer Frage, dass Diebstahl, Gewalt und Betrug, sollten sie in irgendeinem individuellen Wertsystem gerechtfertigt sein, wider der Freiheit und Unversehrtheit des Einzelnen stehen, die dem besonderen Schutz bedarf.

Wieso ist digital dann besser? Digital ist befreit von einigen Werten. Es geht nicht mehr um die Person, es geht um den Inhalt. Der Inhalt ist unabhängig von dem wie die Person aussieht, ist unabhängig von dem, wie die Person riecht, wie die Person isst und wie sich die Person bewegt. Die Person ist ein Neutrum. Definiert durch ihre digitale Identität. Definiert durch ihre Aussagen, definiert durch ihre Konversationen, definiert durch ihr Profil im Digitalen. Dieses Profil ist zum Teil selbst zu gestalten, zum anderen setzt es sich aus der Interaktion mit anderen Teilnehmern zusammen. In diesen Interaktionen ist mehr oder weniger alles erlaubt. Ich kann dort nur wenig Schaden anstellen und wenn ich Schaden verursache, dann kann dies aufgeklärt werden. Ich bin voll verantwortlich für mein Handeln und mein Tun. Das Netz kommt aus der Anonymität des Usenet, aus der Anonymität der Emailadresse. Ich kann mir heute eine Emailadresse nach der anderen holen, ohne das jemals überprüft wurde, ob ich als Person tatsächlich existiere oder ob ich nur eine Kopie eines Individuums anlege. Daher plädiere ich für die vollständige Transparenz im Netz, zumindest in demokratischen Rechtssystemen, die sich die Freiheit des einzelnen auf die Fahne geschrieben haben. Es ist an der Zeit Verantwortung fürs Handeln zu übernehmen. Sachen erst zu tun, nachdem man sich den Konsequenzen bewusst ist. Ab diesem Zeitpunkt bevorzuge ich die digitale Identitäten den realen. Zumindest in derzeitiger analoger Gesellschaft.

Leider lebt der Mensch nicht allein von Bits und Bytes.

Dennoch bleib ich dabei, dass nur das Netz die Freiheit der Gedanken und der Aussagen gewährleistet und gewährleisten kann. Im Reellen sind wir zu verklemmt, zu spießig, zu verbissen unserer Freiheit nach zu jagen. Zu egozentrisch, und bilden uns ein, dies geschähe mit gutem Grund. Basieren auf Werten, die ich mir selbst zurecht gelegt habe und als geltende Ordnung ansehe. Ich hoffe ich bin anders. Ich hoffe, ich gestehe allen Menschen um mich herum ihre freie Bewegung und ihre freien Gedanken zu. Und ich wünsche mir, das Andere dieses Ziel auch folgenswert erachten. Ansonsten legen wir uns selbst die Fesseln an und beschränken uns und Andere in ihrer Freiheit.

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Raum Schiff Erde #rse10

February 22nd, 2010 written by moritz

Die Überschrift hört sich ein bisschen an, wie die Sci-Fi Version von “Stadt Land Fluß”, ist aber was ganz anderes. Etwas abgedreht und dem Sci-Fi näher, als das klassiche Rythmusvorbild, jedoch kein Spiel, zumindest nicht im Ganzen. Thematisch behandelte diese Unkonferenz das Digitale an sich. Der Einfluss des Digitalen auf unser tägliches Leben und die sich daraus ergebenden Änderungen. Laut Veranstalter gewissermaßen ein Ableger der Reboot, in Hamburg, an einem Sonntag. Schön. Der Veranstaltungsort gut gewählt. Im Bahnhof Hamburg Harburg, dort im Jazzclub zwischen Gleis drei und vier. Das erinnert etwas an Being John Malkovic und den Eingang in dessen Kopf. (Ich glaube bei Harry Potter war da auch irgendwo so ein Zwischengleis auf dem der Zug nach Hogwarts in die Zauberschule abfuhr, aber bei Harry Potter bin ich nicht wirklich sattelfest.) Egal ob ich jetzt den Vergleich zum Einstieg in andere Köpfe oder magische Momente beschwöre, beides ist passend und es war ein Nachmittag in netter Atmosphäre mit interessanten und weniger interessanten Vorträgen. Das vollständige Programm kann hier eingesehen werden wo sich mittlerweile auch eine umfangreiche Linksammlung befindet. Die Twitterlist der Teilnehmer findet sich hier.

The web is the message

Ein Vortrag von Christian Jung über die Zukunft des Musikbusiness und wie es funktionieren könnte. Zu meinem bedauern muss ich sagen, dass der Inhalt des Vortrages mich nicht wirklich begeistert hat. Am interessantesten fand ich den Hinweis auf Gerd Leonhard, einem sogenannten Media Futurist. Auf dessen Blog die Überraschung, er bietet Podcasts an, die exklusiv über seine eigene, kostenlose iPhone-App bezogen werden können. Schräg, sind wir soweit, dass wir uns nach eigenem Weblog auch noch eine eigene App basteln sollen um exklusive Inhalte zu veröffentlichen? Interessantes Vertriebsmodell, bei dem ich als Non-iPhonebesitzer aussen vor bin. Ist das die Zukunft der Inhaltsdistribution? The Web is the message? Erinnerungen kommen hoch an Vergleiche mit kastrierten Pudeln und selbsternannten Social Media Beratern. Aber das war nicht das Thema von Christian Jung. Was hat er eigentlich gesagt? Das Musiker Social Media Tools authentisch nutzen sollten und nicht nur für Werbebotschaften. Ganz im Sinne von “The Web is the message”. Meine Frage ist: Gibt es vielleicht eine Welt hinter der Message? Muss man im Bereich Social Media nicht auch auf Kommunikation und Austausch setzen? Vielleicht sollte sich der Musiker aber auch weiterhin auf die Musik konzentrieren und die Bewerbung und die Verbreitung seiner Inhalte der Masse überlassen? Mir fehlten erfolgreiche Beispiele neuer Distributionskonzepte von Künstlern wie Trent Reznor oder auch Radiohead. Kommerzieller Erfolg ganz ohne Label mit kostenlosen Inhalten. Die Musikaufzeichnung verstanden als eigentliches Marketinginstrument für Konzerte und Exklusivproduktionen. Digitale Musik muss frei sein, kostenlos da die Reproduktion der Inhalte weder Wertmindernd noch  Diebstahl geistigen Eigentum ist. Nur wie können wir die Existenz von Künstlern und Musikern sichern, wenn wir die bisherigen Distributionsmodelle abschaffen? Nur über Konzerte und Auftritte? Spenden? Ich weiß es nicht, einzig eines erscheint mir klar. Die Dinosaurierapparate die heute im Hintergrund stehen werden aussterben oder sich gesundschrumpfen müssen. Schade, auch dort haben viele Leute ihren Lebensunterhalt verdient.

Protonet – Changing the Internet one node at a time

Ein klasse Vortrag und eine schöne Präsentation über die Befreiung des Internets von den Kommunikationsgiganten aus den Händen der Privatwirtschaft, das Netz zurück in die Hände der Gestalter, der Bereitsteller der Inhalte. Eine Infrastruktur die im Besitz aller ist. Meine Daten auf meiner Node, wenn ich meine Node abschalte sind meine Daten weg für die anderen und bei mir. Ausserdem sehe ich Möglichkeiten diese Nodes in Ländern auszurollen, die heute von allen Geschwindigkeitsnetzen ausgeschlossen sind, die nicht teil haben dürfen, am Datenaustausch großer Mengen. Eine tolle Vision, eine schöne Idee, ich werde die Umsetzung weiter beobachten.

Urban Play

Kars Alfrink sprach kurz über seine Ansichten von Spielmöglichkeiten im Urbanen und die nicht notwendige Verkümmerung der Innenstädte zu Konsumregionen. Ansonsten war sein Vortrag eine analoge Linksammlung unterschiedlicher Beispiele für Urbane Games. Hubbub als Agentur für Urban Games, The Soho Project, Cruel 2 B Kind, Smokescreen, World Without Oil, Chromaroma, Tweenbots und The Hidden Park als Beispiele für Urban Games, für Augemented Reality Games, für Multiplayer Games und irgendwie auch Alternate Reality Games. Was hinter den jeweiligen Titeln steckt konnte ich mir in der Kürze der Zeit nicht merken und sah mich mit dem Problem konfrontiert, welches ich heute noch habe, wenn ich davon berichten will, was wir damals mit dem ersten Alternate Reality Game in Deutschland umgesetzt haben. Rettet-den-Fußball.

Bewegende Pixel

Daniel Schäfer zeigte einen Einblick in die Entwicklung von Online und interaktiven Filmen. Interessante Konzepte, Umsetzungen und Möglichkeiten. Am Ende des Tages bleibt das klassische Problem, welches ich mit Videoinhalten im generellen habe. Der zeitliche Aufwand um den Inhalt zu verstehen ist zu stark abhängig von der Dauer des Videos. Ich kann Passagen nur schlecht überspringen, sondern muss mir die Filme in voller Länge ansehen. Das gefällt mir grundsätzlich nicht, ich lese lieber aber das Potential für bewegte Bilder im und aus dem Netz sehe ich durchaus. Vielleicht werden genau Filme den Durchbruch des semantischen Webs vorantreiben, wenn die Inhalte des Ablaufs des Videos so beschrieben sind, dass sie von Maschinen verstanden werden können und mir diese dann genau den gesuchten, relevanten Inhalt ausspucken.

Über Stühle, Sushi und die Granulatsynthese

Steffi Beckhaus von der Uni Hamburg sprach über neue Bedienkonzepte und Oberflächen für Computer, Anwendungen, bzw. Maschinen im Generellen. Die beiden vorgestellten Konzepte waren ein Stuhl zur intuitiveren Steuerung von Computerspielen (zumindest wurde es an Computerspielen demonstriert) und ein Touch Table, der mit Granulat belegt war und mit dem verschiedene Anwendungen mit Hilfe des Verschiebens und Umhäufens des Granulats gesteuert werden konnten.

Pecha Kucha

Auch wenn ich das Konzept für Pecha Kucha erst kürzlich bei meiner Anmeldung zur Ignite-Veranstaltung in Hamburg kennen gelernt habe, gefiel mir das Konzept auf Anhieb und auch wenn die Vorgaben nicht absolut verbindlich umgesetzt wurden waren beide Vorträge gut. Benjamin Rabe zum iPhone Fingerpainting wofür sich das Pecha Kucha Konzept hervorragend geeignet hat und Birgit Geiberger, die über die IxDA gesprochen hat. Für zweiteres Thema fand ich Pecha Kucha nicht so gelungen, zu viel Information als das es in 20 Slides a 20 Sekunden gut vermittelt werden könnte. Einfach zu viel Inhalt oder es scheiterte einfach und allein an meiner Aufnahmekapazität zu diesem Zeitpunkt. Aber dennoch scheint die IxDA eine interessante, informative und starke Konferenz gewesen zu sein.

Closing Keynote

Thomas Madsen-Mygdal, einer der Initiatoren der Reboot, sprach die finale Keynote. Über die Notwendigkeit unser Gesamtsystem, welches mittlerweile einfach heiß gelaufen ist, neu zu starten. Er sprach davon, dass nichts was wir derzeit erleben wirklich neu ist, sondern sich “nur” unser Verhalten ändert. So wie Rechner neu gestartet werden müssen, wenn die Performance und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten nicht mehr richtig klappt. Mich erinnert es an die Geschichte des Frosches im Kochtopf. Wenn man einen Frosch, in einen Kochtopf mit heißem oder sehr warmen Wasser setzt, wird er sofort versuchen, den Topf zu verlassen und das rettende Ufer zu erreichen. Wenn ein Frosch, in einen Kochtopf mit kaltem Wasser gesetzt wird und dieser stetig erhitzt wird, merkt der Frosch die langsame Veränderung der Wassertemperatur nicht und lässt sich zu Tode kochen. (Ich habe dies gelesen und nie selbst probiert.) Ich stimme Thomas zu. Wenn Systeme sich in eine Richtung verändert haben, aus der sie nicht mehr zu befreien sind, hilft oft der große Knall. Die radikalste Form der Lösung. Der Neubeginn. Wie dies vollständig umgesetzt werden kann reduziert er auf fünf Patterns: HUMAN, PARTICIPATION, TRUST, FREE und ACTION.

Diese fünf Patterns möchte ich gerne so stehen lassen und dem geneigten Leser, der sich bis hierher durchgekämpft hat die Interpretation dieser überlassen. Zum Abschluss möchte ich mich bei den Organisatoren für einen gelungen Sonntag Nachmittag bedanken und wünsche mir weitere Veranstaltungen dieser Art im näheren Hamburger Umland.

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Up in the air

February 20th, 2010 written by moritz

Ich hab ihn mir angesehen. Nachdem ich mich vor ein paar Wochen noch über die Meilensammlerei geäußert habe hatte mich der Trailer schon fast dazu genötigt den Film anzusehen. Die Sammlerei ist der Gag und auch nett in Szene gesetzt, aber die Quintessenz des Filmes ist tiefer gehend. Der einsame Berater, im Flugzeug und Flughafen zu Hause, Reden haltend über den “persönlichen Rucksack”. Sein Ziel, möglichst wenig Besitz anzuhäufen, möglichst wenig persönliche Verbindungen zu nah gehen zu lassen. Ein einsamer Cowboy zu sein, der durch die Prärie reitet. Das Einzige was er sammelt sind Meilen und vermutlich auch Geld, wobei dies nie wirklich heraus gekehrt wird. Schockierende Skizze des modernen Angestellten. Sei flexibel, dynamisch und binde dich nicht. Wer es am besten macht kommt am weitesten rum. Wer keine Verantwortung für Andere hat und diese auch nicht will gewinnt und kann die armen Anderen, die Verantwortung für Partner, Familie und Haus, für die Gesellschaft übernommen haben feuern. Ein schrecklich ehrlicher Film über die aktuellen Zustände. Absolut empfehlenswert und sehenswürdig.

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Der gemeine Nacktmull

February 17th, 2010 written by moritz

Jeff Jarvis netter Vergleich zum deutschen Datenschutz mit der deutschen Saunagewohnheiten, mich über den Nacktscanner nachdenken lassen. Während wir deutsche kein Problem damit haben uns nackt in der Sauna zu zeigen, hätten wir Probleme mit Nacktscannern. Zurecht. Bezüglich der Sauna oder auch dem FKK Strand kann ich selbst entscheiden, ob ich dorthin gehen will und mich nackt zeigen will. Wenn ich mich nicht nackt zeigen will, dann geh ich dort nicht hin. Da ich von Zeit zu Zeit fliegen muss um irgendwohin zu gelangen, (Ja ,solange ich nicht in den Weltraum muss, könnte ich auch ein anderes Verkehrsmittel nutzen) werde ich in Zukunft durch einen Nacktscanner müssen und ich werde komplett entkleidet. Ich finde dies nicht in Ordnung, da ich grundsätzlich zuvor schon unter den Generalverdacht gestellt bin, obwohl der Scanner nie irgendwas zeigen wird, was diesen Verdacht bestätigen würde. Ich bin dagegen.

Ich wechsle die Perspektive:

Würde ich am Nacktscanner arbeiten wollen?

Der Leser hat nun vielleicht Playboyaufnahmen vor Augen: braungetönte, trockene, reizungsfreie und glattrasierte Haut. Genau. Aber höchstens, wenn Photoshop in den Scanner mit eingebaut wird. Ansonsten wird es eklig sein. Sorry, der Mensch an sich ist nackt nicht sonderlich hübsch. Zumindest nicht so hübsch wie es uns in Hochglanzmagazinen suggeriert wird. Ohne Kleidung, nur spärlich behaart. Wehrlos, angreifbar, verletzlich, kalt. Ich möchte nicht am Nacktscanner arbeiten. Ich habe keine Lust, den ganzen Tag Nacktmulle betrachten zu müssen. Die dort zu sehende Nacktheit würde zur sexuellen Abstumpfung führen. Deshalb geh ich auch nicht oft in die Saune. Und FKK mach ich auch nur ungern. Alle häßlich.

michhoff

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Lieber Guido Westerwelle,

February 15th, 2010 written by moritz

ich bin entsetzt über Ihre Aussagen bezüglich Hartz IV – Empfängern.

Mein konkretes Problem mit Ihren Aussagen ist einmal ein physikalisches. Ihre Aussage: “…Leistung muss sich wieder lohnen.” ist neoliberaler Bullshit. Leistung ist Arbeit pro Zeit. Bitte erklären Sie mir, wie sie die Leistung demnach gerecht bewerten wollen? Zeit ist 24h, ein ganz normaler Tag. Und Arbeit wird die ganze Zeit verrichtet. Selbst, wenn ich auf dem Sofa sitze und Fernsehe verrichte ich Arbeit, im Endeffekt sogar wichtige Arbeit, denn mit meiner Aufmerksamkeit sichere ich Arbeitsplätze, ermögliche Werbemillionen und gebe meine Aufmerksamkeit. Ok, die These ist etwas wackelig, aber dennoch finde ich Ihre Aussage extrem reißerisch. Sie argumentieren aus einer unfairen Position gegenüber den Betroffenen.
Würden Sie jeden Job annehmen um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Ich glaube, ohne Sie wirklich zu kennen, Sie haben Ihren Traumberuf gefunden. Vorsitzender einen bundesweiten Partei, Vizekanzler, Außenminister, Politiker aus Leidenschaft. In dieser Position verrichten Sie Ihre Arbeit und bringen eine gewisse Leistung. Aber es ist eine Arbeit die Sie gerne machen, die außerordentlich gut bezahlt ist und Ihnen wird für Ihre Aufmerksamkeit dank der von Ihnen ausgefüllten Position ein hoher monetärer Gegenwert entgegengebracht. Aus dieser Position im obersten Bereich der Gesellschaft ist eine solche Argumentation, und sei es nur zum vorgetäuschten Schutze von unterbezahlten Arbeitnehmern, falsch, unglaubwürdig, fast schon menschenverachtend. Diese unterbezahlten Arbeitnehmer, die vermutlich auch einer Arbeit nachgehen, die sie nicht gerne tun gegen diejenigen aufzuwiegeln, denen keine Möglichkeit gegeben wird, ihre Fähigkeiten und Interessen in die Gesellschaft einzubringen, die genau Menschen wie Sie zum Vorbild hat. Grundlegend wird in unserer Gesellschaft die Möglichkeit vom Tellerwäscher zum Millionär als höchst zu erstrebender Karriereweg, sowie als Möglichkeit für jeden deklariert. Dies ist grundlegend falsch und würde jeder von uns, diesen Weg verfolgen wollen, wäre es nur schwer möglich, weiter unser Staats- und Rechtssystem aufrecht zu halten. Es mündete in der absoluten Anarchie der Selbstverwirklichung. Ich muss meine Freiheit einschränken um Freiheit für meine Mitbürger zu gewährleisten. Auf dieser Aussage basiert unsere Demokratie und in ihr ist der besondere Schutz Schwächerer impliziert. Ich bitte Sie, sich diesen Satz zu merken, bevor Sie das nächste Mal mit Aussagen, die menschlich und gesellschaftlich untragbar sind, populistische Stimmung machen.

Hochachtungsvoll

Moritz Schott

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