Lonely People Talk A Lot

Yuppies in Urbanity

Education Camp 2010 Hamburg #ec10hh

February 7th, 2010 written by moritz

Meine Rückkehr an die Hochschule, zumindest für zwei Tage, am 4. und 5. Februar 2010. Die Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaften, beziehungsweise ein Dutzend engagierter Studenten waren Gastgeber des EduCamps 2010. Aufmerksam auf die Veranstaltung wurde ich auf dem Barcamp Hamburg im letzten Herbst. Auch wenn mein persönlicher Bezug zum Thema Bildung nach Abschluss des Studiums etwas eingeschlafen ist, wollte ich die Möglichkeit nicht missen, mir neue Tendenzen, Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse näher bringen zu lassen. Meine Erwartungen waren gering und ich kann und möchte die Veranstaltung nicht in den Olymp meiner besuchten Barcamps heben, aber es war die Zeit wert und ich bin froh, teilgenommen zu haben.

Der Großteil der Besucher kam aus dem Bildungsbereich. Von Schulen, Hochschulen oder der Erwachsenenbildung. Als die Themen des ersten Tages vorgestellt wurden, überraschte mich etwas die häufige Nennung von Second Life, welches ich für meinen Teil schon lange ad acta gelegt habe und dieser “Welt” die letzten zwei Jahre keinen Besuch mehr abgestattet habe. Auch auf dem EduCamp habe ich diese Themen außen vor gelassen, ich werde mit dem Thema einfach nicht warm. Die angebotenen Sessions waren vielfältig, irgendwo zwischen Technik, Pädagogik und Kultur angesiedelt. Gespickt mit philosophischen Ansätzen. Der erste Vortrag der meine Interesse geweckt hatte war Cloud Computing.

Cloud Computing

Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste was Cloud Computing ist und wie es funktioniert, jedoch stellt die Vermittlung dieses Wissens mich von Zeit zu Zeit vor gewisse Probleme. Der Referent, Thomas Metschke kündigte auf der Sessionvorstellung an, Cloud Computing so erklären zu können, dass es alle verstehen könnten. “Cloud Computing ist wie unsere Wasserversorgung und diese Analogien möchte ich zeigen.”, war der Satz, der mich die Veranstaltung wählen ließ. Die Umsetzung? Zu kompliziert, zu wenig Analogien zum Wasser, zu bekannten Begrifflichkeiten. Zu viel SaaS, PaaS und Iaas. Ich kann mir nicht vorstellen, jemand der dieses Thema nicht wirklich kennt steigt mit diesen Begriffen besser durch. Schade.

Operationales Menschenbild

Lisarosa bot an, eine Diskussionsrunde mit Jean Pol Martin moderieren zu wollen, um dessen “operationales Menschenbild” zu diskutieren. Ich habe es mir angetan und muss sagen, ich bin etwas enttäuscht. Alt 68er Weisheiten gepaart mit postmodernen Ansichten zum Thema Selbstverwirklichung, hochgezogen an der Maslowschen Bedürfnispyramide. Und alle so: “Yeah!” Fassen die Thematik auf, zur Selbstdarstellung und Rechtfertigung des individuellen Selbstverwirklichungsplans. Und eins zwei drei im Sauseschritt rennen wir weiter wie die Lemminge und machen uns das Leben zu Hölle, indem wir versuchen unseren Selbstverwirklichungsplan in die Tat umzusetzen. Blicken auf die hinab, die unter uns stehen und lassen sie es spüren und versuchen denen oben eines auszuwischen, sie zu fordern, sich bemerkbar zu machen und langfristig, sie zu stürzen. Ich höre hier auf, da diese Ausführung zu weit vom eigentlichen Thema wegführt, aber etwas schockiert hat es mich schon auf einer Veranstaltung zum Thema Bildung mit solch egozentrischen Meinungen konfrontiert zu werden.

Nach einer kurzen Mittagspause in der Mensa ging es weiter zum nächsten Vortrag.

Cultural Hacking

Torsten Meyer präsentierte unterschiedliche Beispiele des Cultural Hackings, die man alle auf seinem Blog finden kann. Die Definition von Cultural Hacking wurde als Eindringen in den Code der Kultur definiert um diesen zu Verändern und somit einen neue Betrachtungsweise zu erzeugen. Es war unterhaltsam, auch wenn keine rechte Diskussion aufkommen mochte. Der Zusammenhang zu Bildungseinrichtungen und Möglichkeiten in diesem Umfeld wurde angedeeutet aber so richtig überzeugend war all das nicht, obwohl das Ziel klar sein könnte und sich im Fazit des Posts findet.

Campus 2.0 – Wie lassen sich Studierende durch WEB 2.0 Dienste unterstützen

Studenten der TU Braunschweig zeigten ihren Ansatz der Integration von Web2.0 Diensten im Studium. Das Ergebnis: Tugether.Überzeugt bin ich nicht, aber beurteilen kann ich es nicht wirklich, ich kann mich aus den Zeiten meines Studiums nur daran erinnern, das mich die Vielzahl der Plattformen, an denen ich schon aus Studiengründen angemeldet sein musste mich jede weitere verteufeln lassen. Der einzige Ansatz kann in der vollen Integration aller Dienste in eine Plattform liegen. Ob hier eine Eigenentwicklung der Hochschule der richtige Ansatz ist, möchte ich bezweifeln.

Mobile Campus

War ebenfalls ein Konzept von Studenten der TU Braunschweig. Gut, aber in solch früher Phase, dass ich die Umsetzung noch nicht ansatzweise erkennen kann. Die Diskussion am Ende verflachte dann auch in der Diskussion über unterschiedliche Mobiltelefonplattformen.

Abschließend für Freitag besuchte ich noch die Vorstellung des Lemur Touchpads von Arne BenseNeue Musikinterfaces. Die These: “Musikinstrumente sind beeinflusst von der Leittechnologie der jeweiligen Zeit.” Es klang nach Elektronik. Es folgte eine kurze Einführung in Abelton live und dann ein bisschen zur Schaustellen der Möglichkeiten sich individuelle Interfaces zur besseren Kontrolle von Musiksoftware auf Laptops zu basteln und zu nutzen.

Der Samstag begann mit einer Podiumsdiskussion zum Thema: “Das Internet – ein Bildungsraum?” am Anfang plätscherte die Diskussion eher lahm dahin, bis dann irgendwann zwangsläufig das Wort “Revolution” fiel und sich die Diskussion weg von den Möglichkeiten und hin zu den Tatsachen, der Beschränkung des Netzes als Medium. Interessant war die Frage nach Zertifizierung. Kann ich das Wissen, welches ich mir in irgendeiner Form privat aneigne angeben, ohne von einer staatlichen oder zertifizierten Zertifizierungsstelle dafür zertifiziert worden zu sein? Anschließend Mittag in der Mensa und am Nachmittag noch eine Session zu Semantic Web, die meine Ansprüche nicht erreichte aber nette Visualisierungstools für UN-Daten zeigte. Des weiteren besuchte ich die Session zu ePortfolio, in der es um den Einsatz von digitalen Arbeitsmappen geht. Studien begleitend oder als Prüfungsform fürs Studium. Noch eine Plattform, noch ein Login, noch eine Möglichkeit der Mehrfachverwertung um Datenkopien zu erzeugen. Die letzte Session war Open Education. Dort fand ich zwar auch keine neuen Ansichten, oder Einblicke, aber zumindest ein paar Beispiele. Die kann ich leider nicht bewerten, aber ich möchte sie zumindest aufführen und nach und nach besuchen.

Fazit:

Mich habend die Inhalte der Veranstaltung nicht wirklich überzeugt. Anstatt die Möglichkeit zu nutzen und die Bildung um zu krempeln hingehend zu weniger wissen zu müssen, als einen stärkeren Zugriff auf Quellen zu haben, wird weiterhin krampfhaft versucht die traditionelle Lehr- und Lerntheorie am Leben zu halten und das Netz und die digitalen Medien auf das Geringste zu reduzieren. Als Ersatz für Blätter, für Tonbänder und Videos. Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft weiterhin so viel Lernen müssen wie wir es bisher mussten, wir können von überall auf alles zugreifen um Ansichten zu verifizieren. Das Einzige was gelernt werden muss ist der Umgang und die Disziplin im Umgang mit diesen Medien ansonsten bleibt es beim bekannten Problem: “A Fool with a Tool, remains a Fool!.”

Mein Dank für gilt den Veranstaltern, die einen ruhigen und reibungsfreien Ablauf organisiert haben.

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Fünfundzwanzigtausend müde Knochen

February 2nd, 2010 written by moritz

aufgepumpt zu neuem Leben, mit Mitteln für die schnelle Tour.

Montag im Büro zufällig vom Konzert der Sterne im Thalia Theater erfahren: Montag Abend: Konzerte persönlich eher unwillkommen, zu hart ist schon der Rückfall in die Arbeitsroutine, den geordneten Tagesablauf, allein. Auf der anderen Seite, in der Vergangenheit wurden weit höhere Strapazen in Kauf genommen um diese Band zu sehen. Außerdem: Thalia Theater, sicherlich bestuhlt. Ich habe es bis jetzt  noch nicht geschafft einem der Hamburger Theater einen Besuch abzustatten. Also spiele ich Roulette. Ich fahr zum Thalia und wenn es noch Tickets an der Abendkasse gibt schau ich mir die Band an.

Es gibt noch Tickets.

Die erste Überraschung auf dem Ticket: Freie Platzwahl. Wohl nicht bestuhlt. Die nächste Überraschung durch den Ordner: “Bitte gehen Sie nach hinten zur Bühne durch.” Ich also auf die Bühne. Riesige hohe Decke, alles schwarz, kein Stuhl, vorne eine minimal Ausstattung für die Band. Es beginnt pünktlich. Ein neuer Keyboarder an Board, da der Alte, Richard von der Schulenburg jetzt häufiger im Golden Pudel anzutreffen ist. Das Konzert entspannt und unspektakulär, nichts besonderes, nichts was vom Hocker reißt oder mich überzeugt. Einige Tempofehler in denen das Schlagzeug die Band überholt. Stimmung kommt nur bei den alten “Hits” auf. Immerhin hab ich es so mal ins Thalia geschafft.

Ein weiterer Artikel mit zumindest einem Bild findet sich hier.

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Januar 2010, Schnee und Eis wohin man blickt

January 31st, 2010 written by moritz

Der Lethargie entkommen.

Mittags auf den Weg durch die Stadt gemacht.
Die Hafencity durchschritten,
die Elbe durchfahren,
durchgefroren.
Einkehrschwung in Teufelsküche.
Zurück mit der Bahn.
Ankunft auf dem Sofa.
Ins Koma gefallen.
Aufgewärmt.

Der Kopf ist frei.

Winter Hamburg 2010

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Tocotronic Album Release

January 24th, 2010 written by moritz

Schall und Wahn
Ich bin euch Untertan
Ich bin euch zugeteilt
Ich bin ein Teil des Teils

So beginnt der Titelsong des neuen, gleichnamigen Tocotronic Albums. Erschienen ist es am Freitag, 22. Januar. Abends sollte es im Rahmen des Spex 30 Live Konzerts im Übel und Gefährlich vorgestellt werden. Die Tickets habe ich schon lange und mein kleiner Bruder Jakob aus Berlin hatte sich auch schon lang angekündigt mich an diesem Tag zu besuchen um mit mir daran teil zu nehmen. Haben wir dann auch gemacht. Zuerst zum Album.

Auch wenn mich die Berichterstattung der letzten Woche, bzw. der letzten Tage vor dem Konzert etwas überrascht hat: Titelseite in der Welt Kompakt, Artikel in SPON, Süddeutsche, Tagesschau, Cover der Spex, viele mehr und sogar fürs lustige Taschenbuch. Ihm war nicht zu entrinnen. Was sehen wir dort? Der letzte Aufstand der alten Garde? Wird es kein zehntes Album mehr geben? Oder soll der Titel des Albums möglichst authentisch gelebt werden, indem die Propagandamaschine gefüttert wird? Ist dies eher Schall oder Wahn?

Das Album ist gut, toco-like. Wenig anders als die letzten drei, aber die eindeutig erkennbare Handschrift der Popotronic, dazu der weiter verbesserte Gesang von Dirk von Lotzow gepaart mit Texten, deren eindeutige Doppeldeutigkeit unendlichen Raum zur Interpretation und Transformation in alle Lebensräume lässt, ohne arrogant oder besserwisserisch zu wirken. Subtiler Widerstand. Subtile Kritik aber eingängig. Nach dem ersten Durchhören freute ich mich richtig aufs Konzert.

Leider war es kein Tocotronickonzert, sondern die Veranstaltung einer bedeutenden Musikzeitschrift, die ihren 30igsten Geburstag feiern wollte. Das Übel und Gefährlich dennoch ausverkauft bis auf den letzten Platz. Wir treten zu Beginn der ersten Vorband, Final Fantasy ein. Die Violine schmerzt meinen Ohren, Final Fantasy nutzt die Violine als Leadinstrument und baut aus Fragmenten ständige Loops. Es tat einfach nur weh. Das Rest des Publikums wirkte auch nicht wirklich angetan davon. Wieso auch. Seitenscheitel und langer Pony, die Mehrheit männlich. Eindeutig: Tocotronic Anhänger. Freundlich, Final Fantasy nicht beleidigend, aber grundsätzlich wartend. Irgendwann war es dann auch vorbei und nach kurzer Umbauphase kamen sie auf die Bühne. Euphorisch empfangen und selbst auch gut gelaunt. Es machte fast den Eindruck als seien sie froh, wieder live spielen zu dürfen, Grinsen umspielen die Münder als alte Kalauer in Richtung Bühne gedroschen werden. Der Ruf nach “Michael Ende” wird mit breitem Grinsen quitiert. Hier sind Zuschauer, die die Band lange kennen, hier ist eine Band, die sich freut an der Geburtstätte ihres Zusammenschlusses wieder vor den Langzeitanhänger aufzutreten. Ein Konzert unter Freunden. Die Opener vom neuen Album, die tatsächliche Playlist habe ich mir nicht gemerkt. Gespickt mit ein paar Songs von vorangegangenen Alben, “Let there be Rock” und “Drüben auf dem Hügel” und “Jungs hier kommt der Masterplan” noch herausragend, da diesmal auch in Vier-Mann Besetzung vorgetragen, endet das Konzert mit “Gift”, dem ebenso letzten Lied des neuen Albums. Naja, Gitarrenvirtuosen werden Tocotronic vermutlich nicht mehr, aber sie haben es versucht. Mir zu Art-Rock-Schwülstige-Gitarrensoli-Verzerr-Gedöns, leider war danach dann nach ca. 60 Minuten und dem Song Schluss. Noch eine Zugabe, mit Querverweis auf das veranstaltende Musikmagazin, die 93 als erstes deutsches Musikmagazin über Toco geschrieben haben. Da muss man dann anscheinend unterwürfig sein. “Die Idee ist gut, doch…” und schon war Schluss und es ging weiter mit Reggae.

“Liebes Spex Magazin,

ich möchte mich für 30 Jahre Musikjournalismus bedanken und hoffe ihr hattet ebenso viel Spaß an der Sache wie es eure Leser mit der rezitierten Musik hatten. Es ist bedauerlich, wenn auch eure Auflage im Zuge der Modernisierung der Medienwelt schmilzt, Anzeigenpreise ausfallen, der Umsatz einbricht und Bands ihre Vermarktung auch ohne euch zu Stande bekommen. Ja, der Eigentümer will Rendite und wenn er die aus dem Zeitschriften- und Anzeigenverkauf nicht mehr erhält, dann macht ihr halt auch Konzerte. Es ist auch ein willkommener Aufhänger für Konzerte zum 30igsten Geburtstag 30 Euro Eintritt zu verlangen, eine loyale Band zu verpflichten und ihr einen Termin zu geben, den sie sowieso wahr genommen hätte und die Zuschauer in ihrem veränderten Musikkonsumverhalten zu melken.

Danke für die fehlende Loyalität und Verachtung gegenüber den eigenen Kunden.

Danke das ihr auch mich gemolken habt.

Ich möchte euch einen Satz mitgeben: Digital ist Besser

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Wie soll das Netz in Zukunft aussehen?

January 16th, 2010 written by moritz

Donnerstag Abend, FUH in Ottensen, bei nettem Essen nahm ich zum ersten Mal am Treffen der I-15 Teil. Injiziert von Tina, Peter und Moritz traffen 19 Interessierte zusammen, um sich über die zukünftigen Tendenzen des Netzes zu unterhalten, ihre Thesen zu proklamieren und Forderungen an die notwendige, zukünftige Ausrichtung des Netzes zu stellen. Die Teilnehmer kommen mit durchweg unterschiedlichen professionellen Hintergründen aber einem gemeinsamen Problem. Das Netz und der Umgang mit dem Netz hat sich für das Individuum geändert. Der Hype ist vorbei. Es beginnt eine ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem kulturellen und soziologischen Einfluss des Netzes. Der Name: “I-15″ steht für “Inititative 15″, Peter hat sie kurz auf der Twittnite vom 02.12.2009 angerissen, auf dem er kurz auf die Beweggründe einging. Wie wird das Netz in Zukunft die Gesellschaft beeinflussen und wie kann man einen Beitrag dazu leisten, dass dieser Einfluss die Gesellschaft vorwärts bringt, sprich positiv für die Gesellschaft ausfällt. I-15 steht für 15 Jahre Internet. Viele der Anwesenden der Veranstaltung waren von Anfang an dabei. Persönlich konnte ich mich erst später anschließen. Fehlendes Wissen und die fehlenden technischen Möglichkeiten sind hier als Gründe zu nennen. Doch erfolgte mein Einstieg in meinen Augen zu einem noch frühen Stadium, zu dem das Netz noch vielfältig war. Jeder, der daran teilhaben wollte und sich präsentieren, oder einfach nur seine Präsenz zeigen wollte besaß zu diesem Zeitpunkt eine eigene Webpage, die er selbst erstellt und designed hat. Jede einzigartig, jede anders.

In Zukunft regiert die Monotonie

Mit dem Start des sogenannten Web2.0 setzte eine neue Art der Interaktivität ein. Um Inhalte ins Netz zu stellen musste ich mich plötzlich nicht mehr mit Code und Design auseinandersetzen, das Netz ließ sich bedienen wie zuvor mein Rechner. Ich lade Dateien von A nach B, die Prozesse transparent und somit in Erwartung eines bestimmten Ergebnisses. Für diese Vereinfachung wurde die Vielfältigkeit verdrängt. Es gab nicht weniger individuelle Seiten und Darstellungen als zuvor, zumindest nicht im absoluten. Relativ sank der Anteil der individuellen Darstellungen. Ganz einfach, durch die steigende Anzahl der Teilnehmer, denen die vorgegebenen Sets und Möglichkeiten der unterschiedlichen Plattformen genügten. MySpace, als erste, wirklich große weltweit umspannende Community bot noch zahlreiche Möglichkeiten zu Individualisierung des eigenen Auftritts. Für einen individuellen Auftritt musste man sich jedoch mit dem Thema tiefer gehend beschäftigen und Code einfügen, bearbeiten und anpassen. Dann kam Facebook. In Deutschland kurz darauf StudiVZ was zu diesem Zeitpunkt mehr oder weniger eine eins zu eins Kopie des amerikanischen Vorbildes war. Facebook ist langweilig. Alle Seiten sehen gleich aus. Die Möglichkeiten sind einfältig und beschränkt. Dazu kommen die angepriesenen Schnittstellen zum Anbinden von Applikationen. Leider verstärken diese den Trend zur Monotonie noch weiter. Die meisten Applikationen nutzen diese Schnittstellen um vorgefertigte Daten auf Facebook zu posten. Die Sinnhaftigkeit der Inhalte dieser Standardmeldung zeigen im Endeffekt nur eines. Die Langeweile des Nutzers. Es fehlt die Orginalität der Beiträge. Zu viel Retorte, zu wenig Individualismus.

Mich erinnert die Phase die wir derzeit erleben an zwei Beispiele, die ich dem Buch “Denkwerkzeuge der Höchstleister” von Gerhard Wohland und Matthias Wiemeyer entnehme. (Kapitel 2: Denkhintergrund: Taylorismus – Aufstieg und Fall einer genialen Idee) Folgen sich verengender Systeme. Auf der einen Seite steht die Biologie im Kleinsystem der Petrischale:

petrischale

Bei engen Märkte, setzt sich das stärkere System gegenüber anderer durch Verdrängung durch. (Querverweise auf Darwin erspare ich hier, den Darwin’s: “Survival of the fittest” bezieht sich nicht auf den stärkere Organismus, sondern auf den besser angepassten.) Die linke Petrischale des Anfangsstadiums zeigt das Netz zu Beginn. Es ist viel Platz für alle. Im Moment befinden wir uns in meiner Auffassung in der zweiten Phase und werden bald in die dritte kommen, in der Facebook, Google und Amazon den Großteil des Netzes bestimmen könnten. Ich möchte eindrücklich darauf verweisen, dass die Ausbreitung der Platzhirschen nicht zu einem Verschwinden der Nischen führen wird, sondern, dass die Nischen im relativ zum Gesamtbild kleiner werden. Ein weiteres Bild aus dem gleichen Kapitel bezieht sich auf die Industrialisierung und Globalisierung der Wirtschaft:

taylor_wanne

Dort ist unsere Erfahrung deutlich weiter, als unsere Erfahrung mit dem Netz ist. Aber, die Entwicklungen, die sich dort dargestellt haben, werden in selbiger Form auch im Netz stattfinden und da ich im Moment noch nicht den Punkt erreicht sehe, an dem wir uns von standardisierten Massenprodukten verabschiedet haben, habe ich zwar die Hoffnung, dass die Vielfältigkeit der Produkte zunehmen wird und tiefer auf meine individuellen Bedürfnisse eingegangen wird, jedoch kann ich zum heutigen Zeitpunkt diese Entwicklung nicht flächendeckend und Mainstreamkompatibel entdecken. Die individuelle Zusammenstellung von Konsumgütern und Dienstleistungen die auf unserem Markt erworben werden können umfassen noch eine gewisse Subersivität. Doch nach Joseph Heath Konsumrebellen – Mythos der Gegenkultur, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass subersive Entwicklungen zur Commoditiy und zum Mainstream werden.

Wie wir die individuelle Vielfalt des Netzes erhalten können und es somit zu einem Abbild unseres Anspruchs an die Gesellschaft der Individualität machen können ist mein Anliegen, welches ich gerne zur Debatte der I-15 beitragen würde.

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Wer braucht die ganzen Brötchen?

January 13th, 2010 written by moritz

Zurück in Deutschland, nach dem ersten Marsch durch die Stadt. das alte Gefühl der fehlenden Vielfalt. Während in sogenannten unterentwickelten Ländern die Straßen von vielfältigen Händlern gesäumt sind. Verwöhnte Augen durch den Anblick von Händlern die ihre Ware auf der Straße ausgebreitet haben, mobil auf Wägen, in den Händen oder kleine Auslagen in Geschäften haben, wo jeweils unterschiedliche Dinge angeboten werden, schockt mich hier die Monotonie. Die Monotonie der Kamps, Backhus und wie sie alles heißen, wiedert mich an. Dazu noch die neuen Konzepte der Selbstbedienungsbäckereien. Sind in der Vergangenheit freie Ladenfläche des sterbenden Einzelhandels schnell mit Handyläden besetzt gewesen, folgt nur die Welle der Verkoster. Sobald ein Laden frei wird, kann man fast eine Wette darauf abschließen, dass sich dort entweder ein Bäcker oder ein Dönerladen als nächstes niederlassen wird. Wurde ein Laden geschlossen und ein neuer Mieter hat bereits versagt, steigt anschließend die Wahrscheinlichkeit für die Eröffnung eines Nahrungsanbieters auf nahezu 100%. Wie kommt das? Wieso ausgerechnet Dönerläden und Bäckereien?

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Ich nehme an dies ist in der Einfachheit der notwendigen Ressource begründet. Für die Bäckerei brauche ich im Endeffekt eine Theke und einen Heißluftofen. Für den Dönerladen eine Theke und einen Dönergrill. Dazu eine Person als Arbeitskraft und die eigentlichen Rohstoffe kommen aus der Gefriertruhe. Und die sind dann überall die gleichen. Teiglinge oder Spieße aus der Großproduktion, mit billigstem Arbeitseinsatz und dem Ausnutzen von Mitarbeitern gepaart mit den günstigsten Zutaten auf Grund von Staffeleffekten. Ich möchte die Qualität nicht in Frage stellen, ich vertraue auf das staatliche Lebensmittelkontrollsystem. Schmecken tut es mir dennoch nicht mehr. Es ist zu fad. Ich muss nicht zu jeder Zeit frisch aufgebackene Brötchen bekommen. Wieso muss ich die mir überhaupt noch in der Bäckerei holen? Im Endeffekt könnte ich dieses Aufbacken auch gleich bei mir im Herd machen. Und dann habe ich wirklich immer “frische Brötchen”, auch wenn ich mich gegen diesen Terminus zur Wehr setzten möchte.

In meiner Jugend, sind wir regelmäßig nach Rückkehr aus Discothequen noch zum dörflichen Bäcker gegangen. Dort lagen er auf dem Tisch, der frische Teig. Der Geselle hat daraus Brötchen und Brezeln gedreht. Die kamen in den Ofen der Backstube, während wir noch Kaffee getrunken haben. Wenn sie fertig waren wurde sie in Kisten gefüllt und in die Filiale geschafft oder wanderten bevorzugt in Form von Käsestangen direkt in unsere Mägen. Das waren wirklich frische Brötchen. Meist hat man noch ein paar zu Hause für die Familie mitgenommen, immerhin umging man so das morgentliche Aufstehen zum Brötchenholen. Und irgendwann im Laufe des Nachmittags waren die Brötchen in der Bäckerei aus. Es gab noch etwas Brot, aber keine Brötchen mehr. Und das war auch gut so. Heute ist es on demand, wann immer ich zum Bäcker gehe liegen noch zig Brötchen in der Auslage. Was mit denen wohl anschließend passiert? Vermutlich wandern sie auf den Müll. Aus dem Film: We feed the world ist mir folgendes Zitat hängen geblieben. “Die Stadt Wien wirft täglich so viel Brot weg, wie die Stadt Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs pro Tag benötigt.” Widerlich. Ich will keine Bäckereien mehr sehen, zumindest nicht in diesem Umfeld, ich möchte Bäckereien mit eigener Backstube, Bäckereien in denen ein Handwerk ausgeübt wird und keine Dienstleistung. Ich möchte wieder genießen. Doch es wird schwieriger. Hier in Hamburg kenne ich derzeit nur eine Bäckerei, die noch eine eigene Backstube hat.

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Weihnachten und Jahreswechsel 2009 in Indien

January 8th, 2010 written by moritz

Ursprung der Reise war ein Anruf meines Freundes Davide und seiner Freundin Paranita im August. In einer Telefonkonferenz erörterten mir die Beiden, sich gegen Ende des Jahres in Indien trauen zu lassen. Drei Tage zwischen Weihnachten und Neujahr und ich sei herzlich eingeladen. Nach kurzer Überlegung von ca. 30 Minuten und einer Übersicht über die Preise für Flüge, sagte ich zu und buchte. Zwei Wochen, eine für Delhi und die Hochzeit, eine reserviert für Goa. Am 23. Dezember ging es dann endlich los. Das Chaos am Hamburger Flughafen hielt sich in Grenzen, so stieg ich in den frühen Morgenstunden des 24. Dezembers am Indira Gandhi Flughafen Neu Delhi aus.

Und dort passierte folgendes:

Mein Flug hatte zwei Stunden Verspätung. Immerhin war mein Gepäck dabei. Da meine Reisebegleitung mit einer anderen Fluglinie ankommen sollte, deren Landung zwei Stunden später terminiert war, nahm ich die Verspätung als gelungene Verkürzung der Wartezeit. Leider lag ich falsch. Auch dieser Flug kam zwei Stunden verspätet an. Immerhin war der Pick-Up Service vom Hotel Ajanta schon anwesend. Nachdem wir vom Flughafen zum Hotel, welches in der Nähe der New Delhi Railway Station liegt, gebracht wurden haben wir uns gleich auf den Weg zum Main Basar gemacht. Zu diesen frühen Morgenstunden war der Main Basar noch reichlich dünn bevölkert und der Großteil der Rollos der Verkaufsstände noch geschlossen. Dennoch waren schon einige eifrige indische Schlepper vor Ort, die sich sofort auf uns stürzten um uns Schmuck, Schals und sonstige Sachen zu völlig überzogenen Preisen zu verschachern. Wir blieben vorerst standhaft, da keiner von uns einen Plan von den aktuellen Marktpreisen, noch genügend Geld einstecken hatte. Als Retter in der Not schien sich ein Rikschafahrer zu entpuppen, der uns für den unschlagbaren Preis von 10 INR an den Connaught Place bringen wollte. Ich war noch nicht wieder voll auf Neu Delhi eingestellt, denn eigentlich ist der Weg von der New Delhi Railway Station zum CP fast fußläufig zu bewältigen. Wir stiegen ein und fuhren einen Bogen. Auf der Fahrt bot uns der Fahrer, ein Sikh mit Turban und Vollbart an, uns mit in den Sikhtempel zu nehmen, den er als praktizierender Sikh heute noch aufsuchen müsse. Wir willigten ein. Dort angekommen, Schuhe entledigt, Kopfbedeckung genutzt. Erste Wahnsinnstat begangen und das dort verteilte Holy Food probiert. Der Magen wurde auf Kampf getrimmt. Nach einem Rundgang durch den Tempel setzen wir die Fahrt fort. Es folgt die Erklärung für die günstigen Fahrtkonditionen: India Textile Store. Wir taten dem Fahrer den Gefallen und gingen hinein um zehn Minuten später ohne Einkauf und unter dem traurigen Blick des Fahrers, den Laden wieder zu verlassen. Den zweiten Laden, den er ansteuerte haben wir verweigert (wir sollten ihn später wiedersehen) und uns direkt zum Connaught Place bringen lassen. Dort den unterirdischen Palikar Bazaar betreten. Es war angebracht die Kleidung für die Hochzeit zu erstehen. Panjabi Pyjamas, harte Verhandlungen geführt, gewonnen und im ersten Stock des Kellers, dessen Bezeichnung als Stockwerk schon fast eine Verunglimpfung des Begriffs Stockwerk darstellt, eher ein halber Stock, so wie im Film “Being John Malkovich” der 7,5 Stock, in einer schrägen Schneiderei anpassen lassen.

Schneiderei

Während wir auf dem Weg waren, mehr Geld für den Spaß abzuheben, dem klassischen Nep aufgesessen. Einer der Schuhputzer hat in unglaublich widerlicher Art auf meinen Schuh gerotzt, so dass es aussah wie Scheiße, es aber definitiv nicht war. Aber immer noch so widerlich und unvermeidbar, dass ich es ihn putzen lassen musste. 550 INR wollte er haben, 50 hat er bekommen und meine gute Laune gestohlen. Auf einem Rundweg um den Connaught Place die nächste Rikscha genommen und beim vorher gemiedenen Hand Craft Palace gelandet. Diesmal sind wir dann doch rein und mit Ringen und Statuen wieder raus. Mich verschlug es in die Kleidungsabteilung und dort probierte ich die eine oder andere Kurta an. Kashmir Pullover gefielen mir auch sehr. Der Preis ein Witz. 22700 INR, ungefähr 500 $. So macht Handeln Spaß. Daraufhin meinte ich, der Preis spiele für mich keine Rolle und wartete im Gegenzug mit  speziellen Wünschen auf: Feinste Spinnung und Webung, hellgrau, mit V-Neck. Hatten sie nicht. Ich sah mich schon als strahlenden Sieger, doch dann ein Ruf von der Seite, auf Hindi, aber ich glaube er sagte. “Für den Preis lass ich den Pulli heute Nacht vom Premierminister stricken.” Shit, verloren. Erst als ich mich gegen jegliche Vorabzahlung wehrte, wurden wir wieder entlassen. Da wir bereits den fortgeschrittenen Nachmittag erreicht hatten, gingen wir das nächste Wagnis ein. Essen. Indisch. Es schmeckte einigermaßen und war auch nicht zu scharf. Ein bisschen vielleicht. Anschließend ins Hotel, geduscht und ins Bett. War dann doch alles ein bisschen heftig, wenn man bedenkt, keiner von uns hatte im Flug wirklich viel geschlafen. Die Dezembertemperatur Delhis stellte sich als ideal heraus. Ohne AC oder sonstige Hilfsmittel konnten wir problemlos einschlafen.

25.12.2009
Den Tag langsam beginnen lassen, erst im Laufe des späten Nachmittags eine Rikscha nach Old Delhi gegriffen und schön im Karims gegessen. Ich muss meine Haltung gegenüber indischem Essen revidieren und das selbst zusammengestellte Menü aus Butter Chicken, Tandoori Chicken, Chicken Tikka Roll, Paneer Tikka, mit Butter Naan and Tandoori Roti ausdfrücklich loben.

Bäckerei Karims

Anschließend in die Moschee der Altstadt, bis kurz zuvor war sie noch von Gläubigen zur Freitagsandacht besetzt. Doch da der Nachmittag schon fortgeschritten war konnten wir eintreten: 200 INR Eintritt pro Kamera mit dem Versprechen nicht zu fotografieren abwehrend und die anstößigen Reize weiblicher Beine in Hosen, durch das Anlegen eines besseren Bademantels bedeckend inbegriffen. Die Ruhe der Moschee war das letzte Moment Luft zu holen, zumindest für die nächsten sechs Stunden. Es begann die Tour durch Old Delhi. Shopping für Fortgeschrittene. Die Viertel nach Warenauslage sortiert. Bedeutet: Zu Beginn ins Wedding Viertel, dort hauptsächlich Kitsch und Krusch. Anschließend landetend wir im Saree Viertel. Da die Damen für die Hochzeit einen Saree benötigten und ich eine Turga dort in einen der Läden gegangen. Wir hatten zu hart verhandelt. Auch wenn es im ersten Laden wirklich schöne Stoffe waren, sind wir unter wilden Beschimpfungen bezüglich der von uns geforderten Preise des Ladens verwiesen worden. Das Handeln in Indien hatte mich noch nie überzeugt. Immerhin wurde so der nächste Schlepper auf uns aufmerksam und brachte uns in einen anderen Laden. Dort hatten wir mehr Erfolg und konnten für einen deutlich geringeren Preis als im vorherigen Laden, zwei Sarees und eine Turga erstehen. Inklusive Schneideranpassungen und Transport ins Hotel.

Stoffhändler

Der Schlepper brachte uns daraufhin in einen Laden für Schals, wo wir endgültig zur rechten Temperatur aufgelaufen sind. Die dort erzielten Preise entsprechen nicht mal einem Zehntel der Preise, die in Deutschland in kruden Dritte Welt Läden aufgerufen werden. All zu blutig sind sie hoffentlich nicht. Abschließend noch Schmuck. Hier haben wir versagt oder uns zumindest nicht mit dem Verkäufer einigen können. Wunderschöne Stücke, doch ich kenn mich nicht damit aus. Ich weiß nicht was Silber ist, oder wie man dieses erkennt, noch kann ich Edelsteine identifizieren. Der Preis im ganzen laut Cecile durchaus gerechtfertigt, am Ende aber doch ein Batzen, den ich mich scheute auf den Tisch zu legen. Ohne Einigung aber mit gut gefüllter Blase vom ständigen Teetrinken und mit gegenseitigen Wertschätzungsurteilen verließen wir den Ort und sollten zurückkehren. Vom harten Verhandeln geschlaucht, geschafft, genervt und eingestaubt zogen wir von Dannen, nicht ohne uns nochmal so richtig in den Gassen von Old Delhi zu verlaufen. Im Hotel geduscht und auf Sarees und Turga gewartet und empfangen. Wie die die Dinger so schnell Saree ready schneidern konnten ist mir fraglich. Für den Abend noch ein leichtes Clubbing angedacht, denn am nächsten Morgen steht Agra und Taj Mahal auf dem Plan. Clubbing im Aiqu, bis 3 Uhr morgens. 3000 INR Coverage Charge, die dann gleich vertrunken werden können. Klassische indische Disco. Shitty Music und betrunkene Inder. Nichtsdestotrotz, wir haben getanzt. Vorbereitungslager für das, was uns auf der Hochzeit erwarten sollte. Es blieb eine Stunde bevor wir wieder aufbrechen mussten.

26.12.2009
Nach kurzem Schlaf zum Bahnhof gelaufen. Kurz verwirrt gewesen, da unsere Reservierung als WS angezeigt war. Waiting Seat. Whatever this means. Wir haben unsere Plätze bekommen. Und dazu noch Frühstück. Der Zug wirkte von der Ordentlichkeit, wie einer der deutschen Bahn.

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Ankunft in Agra, mit der Rikscha zum Fort Agra. Es gibt sie nicht mehr die Combotickets früherer Jahre. So mussten wir zweimal Eintritt zahlen. Im Agra Fort erneut Bekanntschaft mit dem indischen Dreck gemacht der sich in Form von Vogelexkrementen auf meiner Hose wiedergefunden hat. Nach vier Stunden im Fort sind wir weiter in die Innenstadt von Agra um zu essen. Das Essen war ok, nichts besonderes, aber etwas skeptisch gegenüber meinem Magen war ich dann doch, als ich sah, wie der Reis gekocht wurde und sich die Köche anschließend im selben Wasser die Füße gewaschen haben. Wer weiß, vielleicht hilft es gegen Fußpilz. Passenderweise war an dem Tag eine Art Feiertag in Indien, so dass alle Inder am Taj Mahal waren.

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Mit Hilfe von Bestechung konnten wir zumindest die Schlange umgehen, nur um im Inneren nicht in die Grabkammer eingelassen zu werden, da sich dort erneut die gleichen Schlangen gezeigt haben. So legten wir uns in Gras, dösten etwas und standen von Zeit zu Zeit Modell für Bilder für und mit Indern. Bei Anbruch der Dunkelheit sind wir zurück zum Bahnhof gefahren wo sich wiederholt eine Ähnlichkeit zur deutschen Bahn feststellen ließ. Am Anfang noch keine Verspätung, dann war eine Stunde angesetzt und tatsächlich waren es am Ende über zwei Stunden. In der Zeit saßen wir am Bahnstieg und beobachteten die Kleinsten der Kleinen, die Ärmsten der Armen, bei ihren Bettelzügen, die sie unter der Zuhilfenahme von Kleber durchzogen. Je länger wir saßen, desto verdrogter wirkten die Kinder. Ähnlich Tieren machten sie sich über die Essenreste des Tages her und belagerten die Touristen. Die Krönung war ein kleiner Junge, der laut lachend eine durchfahrende Lok anpinkelte. In Erwartung eines Blitzes sah ich dieser Vorstellung gebannt zu. Nix ist passiert. Im Zug zumindest wieder Abendessen inkl. Eis als Nachtisch für uns. Weit nach Mitternacht sind wir endlich wieder in Delhi angekommen. Anschließend nur ins Bett und durchgeschlafen bis zum nächsten Morgen.

27.12.2009
Mittags das Hotel verlassen und auf den Weg zum Mainbasar gemacht. Auf dem Weg dorthin Matthias getroffen. Ab dann waren wir nicht mehr allein. Schuhe gekauft und anschließend mit Anderen am Connaught Place getroffen.

Connaught Place

Die Metro, welche mittlerweile fertig gestellt und unglaublich sauber ist zur Freitagsmoschee genommen. Erneutes Essen im Karims, erneut sehr lecker. Anschließend ins Veda gefahren, eine westliche Schickmickibar wo es ziemlich viel Alkohol gibt. Die Zusammenkunft betrunken. Angetrunken nach Hause für die letzte Nacht im Hotel.

28.12.2009
Morgens aufgestanden und sofort nach Old Delhi gefahren. Schmuck, den wir am 25.12. noch liegen ließen gesucht und kaufen wollen. Leider dauerte es ewig, bis wir den Laden wiedergefunden haben. Die Gassen von Old Dehli sind einfach zu schwer zu merken und verwinkelt. Irgendwie haben wir es geschafft den Laden wieder zu finden. Nach zähen Verhandlungen haben wir am Ende zugeschlagen. Ob es die Sachen wert sind? Ich weiß es nicht. Sie sind hübsch und wir haben sie selbst aus Indien mitgebracht, daher wenig einzuwenden. Nach dem Auschecken und auf den Weg zum ausgemachten Treffpunkt gemacht um gemeinsam zum Hochzeitsort zu fahren. Da der Veranstaltungsort der Hochzeit nicht einfach zu finden ist, sind wir mit dicker Verspätung angekommen, weshalb wir uns gleich dort umziehen und aufmachen mussten, um der Ring Zeremonie beiwohnen zu können. Als Geschenk der Familie an die ausländischen Gäste gab es Kissen. Wie praktisch, haben ja eh immer so viel Platz in unseren Koffern auf Reisen. Immerhin gab es Alkohol. Wobei der Alkohol zu den bekannten Ausfallerscheinungen auf indischer Seite geführt hat. PJ, der Cousin der Braut erzählte zu Beginn noch Stolz, dass Alkohol Teil seiner Religion sei und er seit seinem 12 Lebensjahr schon trinken würde. In der Regel würde er am meisten von seinen Freunden trinken, nie unter eineinhalb Litern Whiskey. Nach drei Drinks begann er zu torkeln, ein vierter schoss ihm die Lichter aus. An diesem Abend war er nicht mehr gesehen. Wir gingen dafür tanzen.

07_dance

Zumindest kurz, denn die Musik stoppte verhältnismäßig früh. Blieb uns weitere Zeit zu trinken. Nach Mitternacht brachte uns der Bus zu unserem Farmhouse. House ist richtig. Im Endeffekt war es ein Matratzenlager für 12 Personen mit nur einer Dusche. Nach fünf Minuten begann der erste zu Schnarchen. In Erwartung des morgendlichen Duschens und zweier weitere Nächte steigt die Vorfreude auf Goa und Hotel.

29.12.2009
Morgens aufgestanden und auf Grund mangelndem fließenden Wassers, aus dem Eimer geduscht. Die Wassertemperatur wurde mit Hilfe eines Tauchsieders auf kurz vor Hautschälung eingestellt. Außerdem war es die erste richtig kalte Nacht seit Jahren. Wir haben gefroren wie die Schneider und die Aussicht in der Dusche auch noch Arbeit verrichten zu müssen, war nicht unbedingt angenehm. Mittags holten uns Taxi ab um uns wieder zum Hochzeitsplatz zu fahren. Dort gab es erst mal Frühstück, dann Mittagessen und ansonsten wurde exzessiv gechillt, gequatscht und Cricket gespielt, ein Spiel mit der Geschwindigkeit und Attraktivität einer Lavalampe. Für die Damen gab es als Besonderheit traditionelle Henna Tatoos.

08_henna

Während die Kinder und Besucherinnen relativ schnell versorgt waren und anschließend zwei Stunden damit zubringen mussten, dass sie ihre bemalten Stellen nicht bewegen, hatte es Paranita deutlich heftiger getroffen. Sie saß bis spät in die Abendstunden um beide hHände und beide Beine mit Henna verziert zu bekommen. Abends war dann erneutes Aufschmücken und Ankleiden angesagt. Den Namen dieser Zeremonie habe ich leider vergessen, ich weiß nur, dass erneut viel getanzt wurde, es am Ende Früchte für alle gab, unter anderem auch welche, die aussahen wie Kartoffeln, eine lederne Schale und ziemlich bitter bis widerlich geschmeckt haben.

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Abschließend Abendessen und an diesem Tag relativ früh zurück ins Farmhouse gefahren. Außer dem ersten Tag sollte es keinen Alkohol geben. Gott sei dank nehmen das die indischen Gäste nicht so ernst und versorgten uns entsprechend gleich mit.

30.12.2009

Aufgewacht erneut im Dorm mit 10 Anderen. Diese hatten genug von dortigen Umständen und beschlossen nach Delhi in Hotels um zu ziehen. Glücklicherweise gab es am Ort der Hochzeit in der letzten Nacht freie Betten, daher konnten ich dort untergebracht werden. Dort mussten wir alle dann eine Nacht frieren. Dazu später mehr. Während der Rest nach Delhi gefahren ist, bin ich mit Cecile, beide mit Magenschmerzen, direkt zum Hochzeitsort gefahren. Dort angekommen nahmen wir nach dem leckeren Frühstück, Cottage Cheese mit Paprika und Frühlingszwiebeln im Toast gegrillt, an der ersten Zeremonie teil. Ich weiß nicht, was es bedeutet. Auf alle Fälle hat Paranita, die Braut ein weiteres Gehänge für die Arme bekommen und wurde anschließend im Gesicht Gelb angemalt. Davide ebenso. Ihm haben sie das Gelb sogar in die Haare geschmiert.

10_gelb

Anschließend Mittagessen und Entspannen mit netten Gesprächen und Beobachtung der Küche und der Vorbereitungen.

11_kitchen

Just in Time wurde auch das Wasser für die Springbrunnen angeliefert. Wir warfen uns in Schale. Männer mit Panjabi Turga und die Mädels in Sarees. Dazu bekam jeder Mann noch einen Turban und dann wurde der Einzug des Bräutigams auf dem Pferd zelebriert. Mit wilder Musik und wildem Tanz. Immer wieder vom Hochzeitsführer dazu aufgefordert Geld über dem Kopf zu drehen, das er dann eingesteckt hat.

12_einzug

Nach 500 Meter kamen wir an und wurden von der Braut und ihrem Hofstaat begrüßt. Nicht ohne, dass die Braut anschließend erst mal wieder abzog und wir uns über das Vorspeisenbuffet her machten. Erst mal Starters. Pommes, Paneer, Frühlingsrollen und sogar Pizza. Dazu frische Früchte und Fruchtshakes.

13_starters

Einige der Produkte kannten wir noch aus dem Beiwohnen der Vorbereitungen in der Küche. Dann erschien erneut die Braut und wurde von ihrer Familie zur Bühne geführt. Eine edle und erhabene Zeremonie.

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Auf der Bühne wartet bereits der Bräutigam auf seine Zukünftige. Es folgt eine kurze Zeremonie und dann nehmen die Beiden erst mal auf der Couch Platz und alle kommen und machen Fotos mit ihnen. Während dort die Bilder gemacht werden, machen wir uns über das eigentliche Buffet her. Ich weiß gar nicht mehr, was es alles gegeben hat, es war delikat, viel und eine Riesenauswahl, auch wenn all das nur vegetarisch war. Manch einer stellte überrascht fest, dass es so eine große Auswahl an vegetarischen Speisen gibt. Nur der Nachtisch war nicht so üppig, aber es gab ja später noch Hochzeitstorte. Zuvor gibt es Einlagen der indischen Gäste. Bollywood live:

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Während das Brautpaar, zum derzeitigen Zeitpunkt immer noch nicht verheiratet, sich an der Tafel breit macht, zu der wir freundlich eingeladen werden, aber auf Grund der vorangegangenen Orgie, verzichten müssen, begebe ich mich mit einigen Indern auf den Parkplatz um ein paar Bier zu uns zu nehmen. Nach dem Mal wird der Hochzeitskuchen, bzw. die Torte angeschnitten. Anschließend zieht das Paar zur Feuerstelle. Mittlerweile ist es elf Uhr nachts. Die Temperatur deutlich unter 10 Grad gefallen. Wir in Saree und Pyjama und barfuß in den dünnen Schuhen. Die Zeremonie kenne ich bereits.

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Das ganze dauert nochmal um die vier Stunden, in denen andauernd irgendwelche Sachen ins Feuer geworfen werden, um Reichtum, Schönheit der Kinder und genügend Essen zu erzwingen. Die Zeremonie kann erneut auf den Parkplatz verlegt werden. Als ich zurück komme, immer noch nicht verheiratet, also nicht ich, sondern das Paar. Daher ein entspanntes Schlappen über das Gelände, bis mich die Kinder, von der Zeremonie ebenfalls gelangweilt, erneut entdecken und mich schon am Vortag als Superman erkennen geglaubt haben. Also gab es Zauberunterricht und Flugstunden für die Kleinen. Zumindest kurz wurde mir wärmer. Irgendwann war es dann doch soweit. Nach zig Kombinationen von Brennen, Wischen und immer wieder Geld über dem Kopf drehen, war es geschafft. Drei Uhr, wir total verfroren, Davide und Paranita sind verheiratet.

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Danach gleich ins Bett. Um weiter zu frieren. Laut Delhijanern war es die kühlste Nacht des Jahres. Mensch, das nenne ich mal Glück oder für das Brautpaar gesprochen: Es kann nur aufwärts gehen.

31.12.2009
Um neun brachen wir auf zum Domestic Delhi Airport. Unser Flug nach Goa wartet. Unspektakulär, aber auf Grund der vortäglichen Überfressung war mir ziemlich schlecht und so musste ich im Flughafen schon meinen Weg auf Abfalleimer ausrichten um für einen möglichen Auswurf vorbereitet zu sein. Außerdem hatte ich richtig üble Kopfschmerzen von der Verkühlung des Vortags. Husten, Nase und sonstiges inbegriffen. Im Flugzeug öffnete ich als erstes die Spucktüte, aber auch diese sollte nicht benutzt werden müssen, da ich den ganzen Flug geschlafen habe. Ankunft in Goa. Über 30 Grad. Mit dem Taxi zum Hotel Horizon in Calangute. Nach dem Einchecken einen Roller gemietet und sofort an den Strand gedüst. Totales Verkehrschaos und totale Überfüllung. Wir setzten uns auf einen Drink und beobachteten die Szenarie und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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Mein letzter Trip nach Goa ging nach Paolem. Dort ist der Strand zwar weißer, aber so ein riesiges Strandareal wie in Calangute habe ich zuvor noch nie gesehen. Mit Dunkelheit machten wir uns auf den Weg an den Anjuna Beach. Nach dem Abendessen gingen wir ziellos den Strand entlang. Nach ca. 3 km haben wir unser Ziel erreicht. Drei Strandbars feiern gemeinsam Silvester. Vor den Bars Einzelhändler. In den Bars, laute Trance und Electromusik. Normal nicht so mein Ding, aber es ging ab. Um 12 das obligatorische Feuerwerk. Mit selbstgebastelten Krachern. 5 Meter vor uns geht eines dieser Geschosse unkontrolliert hoch.

Kurze Schrecksekunde, aber nachdem dort keine weiteren hoch gehen, bleiben wir stehen und betrachten den Rest. 15 Meter von Meer und Brandung entfernt. Wir blieben bis kurz vor Sonnenaufgang und bis kurz nach einem aprupten Ende der Parties durch die örtlichen Polizeikräfte. Nach einem entspannten Rollertrip erreichten wir uns Hotel und wollten erst mal ausschlafen, auch weil mein Gesundheitszustand nicht wirklich besser wurde.

01.01.2010
Es war schon Nachmittag als wir uns erneut an den Calangute Strand begeben haben. Auf zwei Liegen haben wir es uns in der Sonne bequem gemacht und erst mal wieder ein bisschen gepennt, oder versucht zu schlafen, denn andauernd kamen irgendwelche Inder an und wollten uns Erdnüsse verkaufen, Füße massieren oder einfach nur Bilder mit uns machen. Hauptsächlich mit Cecile. Nach dem fünften Bild wieß uns eine Einheimische freundlich darauf hin, dass die Jungs diese Bilder zu Hause dazu verwenden werden, mit ihr zu prallen und sie als ihre Frau auszugeben. Sprich, ich war auf weiteren fünf Hochzeiten. Ist das Honeymoon auf indisch? Die Inder feierten fröhlich weiter Neujahr und demonstrierten ihre landesübergreifende Alkoholunverträglichkeit.

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Abends starteten wir mit dem Ziel Vagator Beach. Nachdem wir dort aber keinerlei Partyaktivität entdecken konnten sind wir wieder zurück zum gut bekannten Anjuna Beach. Eine Bar mir Reggaemusik direkt am Wasser zog unser Interesse an sich und wir nahmen dort ein paar Drinks ein. Anschließend starteten wir der Szenerie von gestern Abend einen weiteren Besuch ab. Heute war es deutlich ruhiger, einer der Läden sogar geschlossen und vermutlich war es am Vorabend einfach zu viel für alle. Die Drogenquote erschien mir ungekannt hoch. Da mein Gesundheitszustand immer noch nicht wirklich besser war, sind wir relativ früh zurück ins Hotel um uns Schlafen zu legen. Zumindest ich. Der Rest feierte noch fröhlich auf dem Balkon.

02.01.2010
Bei Zeiten, sprich vor zehn Uhr haben wir das Hotel verlassen und uns dem Zufall die Chance gebend auf zu anderen Stränden zu machen. Dieses Vorhaben scheiterte grandios, indem wir erst mal ins Landesinnere gefahren sind und gar keinen Strand gesehen haben. Zu allem Überfluss sind wir auch noch in eine Polizeikontrolle geraten, die Führerschein, Fahrzeugpapiere und einen Helm sehen wollten. Anschließend musste ich genau jenen benutzen um den Ort des Geschehens zu verlassen. Aber immerhin musste ich kein Geld zahlen. Selten sowas. Wir machten uns zurück auf den Weg nach Calangute um den Strand von Candolim zu besuchen. Ein wunderschöner Strand. Mit deutlich mehr Kühen.

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Nicht so voll wir Calangute und hervorragende Restaurants. Was ist eigentlich ein King Fish? Vermutlich die Stachelmakrele, weißes, festes Fleisch, vom Geschmack nicht zu fischig und auch im Curry nicht zu sehr verkocht. Oder Pomfret?  Anscheinend Seebrassen, erinnert etwas an die Dorade sowohl als Erscheinung auf dem Teller als auch vom Geschmack, der Konsistenz und der Gräten. Die einzigen kulinarischen Fragestellungen sind somit auch erörtert und somit der Anspruch des Bildungsurlaubs manifestiert.  Erneut einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt. Ein schönes Schiffswrack bewundert und anschließend erst mal zurück ins Hotel um die ersten Verbrennungen zu besichtigen. Da Samstag ist, machen wir uns auf den Weg ein paar Veranstaltungen zu suchen. Erneut der Versuch das legendäre Disco Valley am Vagator Beach zu finden. Wieder kein Erfolg. Wir landeten im Mango Tree, der uns am Tag zuvor schon als stark besuchter Spot aufgefallen ist. Nach etwas Nahrung für den Abend folgen wir den Taxen ins Nichts. Leider auch nicht ausreichend lang, da am Ende wieder eine Polizeikontrolle war, die uns raus gewunken hat und all die Dokumente sehen wollte. Diesmal ging es relativ schnell und wir waren durch. Aber leider hatten wir die Taxen aus den Augen verloren. Nach kurzer Zeit haben uns neue Taxen ein- und überholt. Nur leider hatte keines von denen Clubs zum Ziel, sondern meist nur Hotels und Unterkünfte. Wir kamen aber an einem Laden vorbei, der oben in den Bergen lag und mit Laserlicht über allem trohnte. Mit Sicht auf eine wunderschöne Meeresbucht. Da aber keine Einfahrt zu erkennen war, fuhren wir an dem Laden erst mal vorbei um zu sehen, ob nicht noch irgendwo was an einem Strand ginge. Auf diesem Weg dann eine Erscheinung. Sechs Frauen in grünen Sarees, mitten auf der Straße, uns freundlich zuwinkend. Wir finden den Weg zurück zum Club in den Bergen und dort auch die Einfahrt. Wir geben dem Laden eine Chance. Liquid Club. Irgendwo in the middle of nowhere, mit Pool, Meeresblick und hervorragender Trance Musik.

Die Leute groß teils russisch und sehr angeturnt. Kotzende Mädels auf den Toiletten und im Stackato zappelnde Babuschkas. Sehr schräg. Der Heimweg ein erneutes Abenteuer in den Morgenstunden. Ca. eine Stunde Rollerritt mit unseren bereits geschädigten Hintern und Rücken, und ein paar Verfahrungen. Aber irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft und konnten unser Hotel wiederfinden.

03.01.2010
Erneut relativ früh aufgestanden um Vagator und Disco Valley die Chance zu geben sich zumindest bei Tageslicht zu zeigen. Zuvor noch ein Abstecher an den Baga Beach, der etwas zu überfüllt und überlaufen ist, so dass wir nicht mal die Shirts aus, sondern lieber gleich weiter zogen. Vagator, nicht zu sehen vom Disco Valley, im Großen und Ganzen wirkt der Strand an sich auch nicht sonderlich einladend. Ok, er ist leer und relativ dünn touristisch ausgelegt aber vom Disco Valley nichts zu sehen. Am Ende des Vagator Beach steht eine ehemalige Festung, Chapora Fort auf einem Berg. Wir ersteigen den Berg und die Festung in der Mittagshitze, auf dunklem Stein und mit Flip-Flops. Innerhalb kürzester Zeit, Schweiß in Strömen. Dennoch, die Aussicht vom Gipfel entschädigt. Wir sehen hinein in eine schöne Bucht und die Mündung des Chapora.

21_chapora

Aber da uns weder Vagator noch Chapora Beach überzeugen entschließen wir uns zurück nach Candolim zu fahren. Dort angekommen, kurz ins Meer, etwas gegessen und den ganzen Rest des Tages bis Sonnenuntergang geschlafen. Irgendwie werde ich die Erkältung nicht los. Abends noch die Miete für den Roller entrichtet. Verbrennungen halten sich in Grenzen. Am Abend nahmen wir noch ein letztes Abendessen direkt am Strand ein, die Brandung umspülte unsere Zehen. Leider war es das dann schon mit Goa. Am nächsten Morgen folgte die Rückreise.

04.01.2010

Mittags aus dem Hotel ausgecheckt und ein Taxi zum Flughafen genommen. Dort angekommen feststellen müssen, dass der Flug zwei Stunden Verspätung hat. Schade, die Zeit hätte man auch am Strand zubringen können. Somit erreichten wir Delhi erst bei Dunkelheit und es blieben keine Möglichkeiten, außer ein letztes Abendmahl einzunehmen.

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Das letzte mal richtig indisch, das letzte mal ein Test für den Magen, der die letzten Wochen im großen und ganzen gut mitgespielt hat. Ein letztes Taxi zum Flughafen. Dort eingecheckt und erneut Verspätung eingehandelt. Mein Urlaub der Verspätungen. Immerhin kam ich pünktlich, wenn auch erschöpft in Hamburg an. Schnee und Kälte begrüßen: Ich will zurück. Es waren schöne und ereignisreiche zwei Wochen.

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Ich bin dann mal weg: INDIA

December 22nd, 2009 written by moritz

Nachdem die Reise schon seit langem geplant ist, geht es jetzt endlich los. Paranita und Davide heiraten und luden ein. Man trifft sich wieder. Nach den sechs Monaten, die wir im Jahr 2005 zusammen in Indien verbracht haben und zusammen bei Evalueserve als Business Analyst gearbeitet haben kehren wir zum Ursprung unserer Begegnung zurück. Ich bin gespannt, wer am Ende tatsächlich anwesend sein wird. Nicht nur bezüglich der Internationalen, über die ich eine ganz gute Übersicht habe, nein auch bezüglich der ehemaligen indischen Kollegen und Freunde, die ich im Sommer 2005 zurücklassen musste und seitdem nicht mehr gesehen habe. Die Internationalen habe ich in den letzten Jahren ja zumindest in Yerevan, Stuttgart, Amsterdam und Zürich getroffen und mich mit ihnen ausgetauscht. Ich freue mich sie alle wieder zu sehen und bin gespannt auf die auf vier (!) Tage angesetzte Zeremonie. Während meiner Abwesenheit wird es hier im Blog vermutlich etwas ruhiger sein. Dafür hoffe ich, aus der Ferne spannende Geschichten und Bilder mitbringen zu können. Ähnlich denen, die ich 2005 erlebt habe. Ich wünsche allen anderen schon mal vorzeitig ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir sehen uns 2010. Bis dahin bleiben die Erinnerungen:

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Urlaub 2009, Zeit zur Selbstreflexion: Email

December 21st, 2009 written by moritz

Das Jahr 2009 ist für mich mehr oder weniger beendet. Am Freitag war der letzte Arbeitstag des Jahres 2009 und heut der erste, wirkliche Urlaubstag. Bevor es am Mittwoch für zwei Wochen nach Indien auf die Hochzeit von Paranita und Davide geht bleiben jetzt die letzten Tätigkeiten zu Hause.

Unter anderem private Mails schreiben, zu denen ich in den letzten Tagen nicht wirklich gekommen bin. So blickte ich in mein Googlemail Konto und stellte fest, dass sich dort im Posteingang, der unkategorisierten, sprich wirklich privaten Mails seit Beginn meiner Nutzung des Accounts vor ziemlich genau vier Jahren knapp 4000 Mails eingefunden haben. Das bedeutet anders gesagt, das täglich im Schnitt mindestens zwei Emails eintreffen, die von persönlicher Relevanz sind. Um dies noch zu festigen habe ich einen Blick in den Ordner gesendete Objekte geworfen wo sich auch knapp 3000 Mails befinden. Sprich: ich verfasse täglich im Schnitt auch zwei Emails. Ich kann es nicht wirklich abschätzen, ob dies viel oder wenig ist. Denn mit Sicherheit befinden sich unter diesen Dokumenten auch One-Liner a la: “Ok, einverstanden, dann komme ich zu dir.” Dennoch, interessant, denn es handelt sich wie gesagt nur um private, selbst erstellte Emails. Dazu kommen ja noch geschäftliche Emails, Einträge auf Social Media Seiten, Telefonate und SMS. Auch Briefe schreibe ich noch ab und zu. Ist dies viel? Ich glaube schon. Mit Sicherheit ist der Inhalt der Emails nicht mit der von Briefen gleich zu setzen. Zumindest nicht aller. Aber die Tiefe der Kommunikation ist ähnlich. Ich bin erstaunt. Leider kann ich daraus nichts ableiten, aber zumindest die eigene Abhängigkeit am elektronischen Austausch erahnen.

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Schlaue Sprüche, gut in Szene gesetzt

December 20th, 2009 written by moritz



jumping up and down

Originally uploaded by shaderlab


Kürzliche auf Flickr entdeckt. Das eine oder andere gäbe eine gute Postkarte ab. Vielleicht bin ich aber einfach auch zu zeichenfixiert, diese Darstellung Bildern zu bevorzugen. Einfach klar in der Mitteilung.

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